Wand

Allein der Gang zum Baumarkt zeigt, wie vielfältig man die Wände eines Raumes gestalten kann und dass hierbei dem Heimwerker kaum Wünsche offenstehen. Bevor man ans Tapezieren geht, sollte man sich vorab überlegen, ob man tapezieren möchte oder ob nicht andere Gestaltungsmöglichkeiten in Frage kommen. Auch sollte man sich überlegen, ob man den ganzen Raum tapeziert oder die Tapete als Stilelement verwenden möchte, bspw. um eine Leseecke auszuschmücken.

Grundsätzlich sollte man eine hochwertige Tapete auswählen, da man in der Regel nach einer Neueinrichtung nicht plant, nach kurzer Zeit erneut zu renovieren. Bei gering wertigen Tapeten zeigt sich häufig, dass sie nach einiger Zeit verblasen.

Bis wir unsere Wand so hatten, wie wir sie uns vorstellten, stellten sich uns einige Hürden in den Weg. Zunächst kämpften wir anstatt mit einer erwarteten Tapetenschicht mit drei Tapetenschichten aus verschiedenen Materialien und Generationen, die unterschiedlich hartnäckig an der Wand ausharrten.

Nachdem wir auch den kleinsten Fitzel Tapete von den Wänden geschabt hatten, begrüßte uns der Schimmel schon von zwei Ecken und machte unseren Plan, zumindest die Decke tapeziert zu lassen, zunichte.

Heißt, – wir durften noch mal die drei Tapetengenerationen von der Decke abkratzen, bevor wir die Schimmelecken mit Antipilz behandelten. Die Jahre, in denen der Raum vollstand und wohl mehrere Wasserschäden unbemerkt geschehen konnten, hatten ihren Tribut gefordert.

Aus diesem Grund hatten wir uns aus praktischen Gründen entschieden, auf eine Tapezierung des Raumes zu verzichten, zumal wir Glück hatten und unsere Wasserschäden schon abgetrocknet (d.h. ältere Wasserschäden) waren und wir somit auf eine umständliche Trocknung des Raumes verzichten konnten. Um den Raum ansprechend zu gestalten und dennoch langfristig gegen Schimmelbefall vorzugehen, mussten wir es den Pilz so ungemütlich machen, wie es nur ging.

20180213_112914Nachdem wir die Wand verspachtelt hatten, haben wir zunächst eine Schicht Rissgrund mit dem Quast aufgetragen. Der Quast bietet sich als Streichwerkzeug an, da er großflächig und robust ist. Außerdem ermöglicht er, auch optische Effekte an der Wand einzuarbeiten

Der Rissgrund ist ein Strukturputz, der beim Streichen kleine Unebenheiten an der Wand ausebnet. Zudem hat er den Vorteil, dass er bereits weißpigmentiert ist und sozusagen als Voranstrich dient. Als eigentliche Farbe bietet es sich an, eine stark alkalische Farbe zu wählen, weil dies dem Pilz sein saures Lebensmilieu entzieht und vorbeugend gegen erneuten Schimmelbefall wirkt. Der Rissgrund gibt der Wand eine Struktur.

Mit unserem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, da wir auch mit Tapete eine weiße Wand haben wollten. Zudem können Veränderungen an der Wand besser observiert und ein neuer Schimmelpilzbefall frühzeitig erkannt werden.