Verputztechniken

Es gibt zahlreiche Verputztechniken und jede für sich bietet eine andere Optik. Manche kennt man eher von Fassaden, während andere auch gerne im Haus gesehen werden. Manche gelten als modern, andere sind gerade out und wieder andere sind als Retrotrend wiederzufinden. Nach und nach werden wir Sie durch die verschiedenen Verputztechniken führen.

Im Überblick zu den Verputztechniken können sie sich orientieren. Ergänzend zum Überblick über die Verputztechniken möchten wir Ihnen noch einige weitere Informationen zukommen lassen. In Dreierblöcken eingeteilt, werden wir nach und nach die Informationen ergänzen.

Der erste Block enthält:

  • Kellenputz
  • Wormserputz
  • Struktur – bzw. Rillenputz

Kellenputz:

Kellenwurfputz:

Der Putz wird bei dieser Verputztechnik angeworfen. Welche Struktur bei dieser Technik entsteht, hängt zum einen von verwendetem Material ab, zum anderen spielt jedoch auch die Anwurftechnik des Hand- oder Heimwerkers eine wichtige Rolle. Eine bestimmte Struktur bekommt man, indem man den Mörtel mit der Kelle formt. Dabei wird der Mörtel an bestimmten Stellen abgenommen und an anderen Stellen wieder angeworfen. Bevor man sich an eine solche Technik an der Wand ausprobiert, bietet es sich an, diese zunächst auf Span- oder Gipskartonplatten zu üben und zu sehen, ob man das gewünschte Ergebnis damit erzielen kann. Auch viele Malermeister bieten die verschiedenen Verputztechniken an.

Kellenstrichputz

Der Kellenstrichputz hat eine fein strukturierte Putzoberfläche. Dies liegt vor allem an der Korngröße. (0,5 und 2,5 mm), welche im Mörtel verwendet wird. Je nach dem, welchen Effekt man erzielen möchte, verwendet man unterschiedliche Kellen. Kellen, die sich für die Gestaltung des Kellenstrichputzes eignen, sind Zungen-, Mailänder- und Glättkellen. Hauptmerkmal und wohl auch das namensgebende Element ist bei dieser Verputztechnik, dass der Kellenstrich sichtbar bleibt. Die Kellenstriche können bogen-, schuppen-, oder fächerförmig ausgeführt werden. Auch schlechtere Varianten mit waagerechten oder senkrechten Kellenstrich sind möglich. Zudem kann man auch die Ausprägung des Kellenstriches variieren und somit ein stärkeres oder schwächeres Muster erzeugen.

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Wormserputz:

Der Wormserputz hat seinen Namen vom Handspritzgerät, mit welchem es früher aufgetragen wurde, dem sogenannten Wormser. Heute wird der Wormserputz meist mit Spritzputzgeräten maschinell aufgetragen und nur noch Fehlstellen oder Unebenheiten mit dem Handspritzgerät ausgebessert. Doch wie entsteht nun die körnige Oberflächenstruktur? Hierzu wird ein dünnflüssiger, feinkörniger Putzmörtel aufgespritzt. Die Korngröße liegt dabei zwischen 1,5 und 4 mm. Damit die Putzschicht deckend ist, sind mehrere Arbeitsgänge erforderlich. Es gibt zwei Wege zum Ziel. Entweder man spritzt alle Schichten auf oder die erste Schicht wird glatt abgezogen und nur die Zweite wird auf den noch feuchten Untergrund aufgesprüht.

Struktur- bzw. Rillenputz:

Die Rillen dieses Putzes entstehen durch kurzes, kreisförmiges Reiben des frisch aufgezogenen Mörtels. Wie entstehen aber nun diese Rillen? Diese entstehen durch die kleinkörnigen sowie großen, gerundeten Zuschlagstoffe (Letztere sind in deutlich geringeren Mengen enthalten). Diese werden durch das Reiben des Mörtels in die Reiberichtung mitgezogen. Dieses Wandern der Zuschlagstoffe führt zu den bekannten rillenartigen Vertiefungen.

Scheiben oder Traufelputz

Der Scheiben oder Traufelputz hat eine Körnung zwischen 1,5 mm und 4mm. Diese Verputztechnik enthält ihr typisches Aussehen dadurch, dass nach dem Auftragen des Putzes mit einem Glätter oder EPS-Brett ein Verschieben und somit die typische Korn-an-Korn-Struktur entsteht.

Klosterputz

Der Klosterputz ist den Kellenstrichglattputz zuzuordnen. Der mit der Kelle geglättete Mörtel wird, solange er noch nass ist, mit Weißkalk-Milch al fresco überstrichen. Dies ist eine seit dem Mittelalter angewandte Technik. Das Ergebnis ist eine weiße Oberfläche. Diese Farbgebung entsteht durch die Kalk-Bindemittel und Feinanteile, die sich durch die Weißkalk-Milch al fresco auf dem Mörtel anreichern. Die Oberfläche ist neben der typischen weißen Färbung leicht wellig, aber ansonsten eben.

Waschputz

Bei dieser Verputztechnik werden die Zuschlagstoffe durch „Abwaschen“ freigelegt. Abgewaschen werden dabei die noch nicht erhärteten Bindemittelschlämme an der Oberfläche. Die erste Auswaschung erfolgt hierbei nach 2 bis 4 Stunden Wartezeit- Zum Auswaschen wird ein mit Wasser angefeuchteter Schwamm oder eine Streichbürste verwendet. Der Schwamm oder die Streichbürste wird in kreisenden Bewegungen über die leicht angetrocknete Oberfläche bewegt. Der Prozess des Abwaschens wird mehrfach wiederholt. Es ist darauf zu achten, dass die freiwerdenden Körner bis zur Hälfte im Putz eingebunden sind. Für die Verputztechnik werden nur Zement- oder Kalkzementmörtel verwendet. Grund dafür ist, dass bei diesen Mörteln die freigelegten Zuschlagstoffe (Körner) eingebunden bleiben.