Rezension zu Stephan Heinz’Chondrit 55

Thriller mit Umweltthematik gehören seit Jahren zu sehr beliebten Büchern, sodass es selten noch dazu kommt, auf Themen zu treffen, die noch unverbraucht sind.

Dabei hat man schon vieles in Büchern lesen müssen: Kometeneinschläge, Klimawandel, Zerstörung der Ozeane bzw. des gesamten Ökosystems oder gar der gesamten Menschheit.

Chondrit 55 greift diesen Themen durchaus auf, gibt dem Genre allerdings neue Aspekte, die man unseres Erachtens hier noch nie gesehen hatte: Ein Komet, der auf die Erde hinabstürzt, löst hierbei nicht durch den Einschlag eine Katastrophe aus, sondern dadurch, dass man die Trümmerteile einfach verweilen lässt, ohne sich an dem kosmologischen Müll zu stören.

Interessant ist, dass die Handlung über mehrere Jahre erzählt wird und an verschiedenen wiederkehrenden Orten stattfindet. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die nach und nach ineinandergreifen. Die Charaktere haben alle eine spannende Hintergrundgeschichte und man fühlt mit ihnen, wenn die Handlung in die unvermeidbare Katastrophe hineinschlittert.

Der sprachliche Stil des Werkes ist schön, wir dachten am Anfang, dass es sich um einen telegramartigen Stil handelt, der in diesem Genre nicht oft zu finden ist. Allerdings mussten wir feststellen, dass das Buch wie ein handelsüblicher Roman geschrieben und konzipiert ist, nur leider einen sehr schlechten Buchsatz besitzt.

Man fragt sich, warum bei dieser interessanten neuen Geschichte an der Setzung gespart wurde, was ein bisschen schade ist, da Cover und Klapptext so viel hermachen. Die Kindle-Version scheint anhand der Leseprobe nicht von dem Problem betroffen zu sein, allerdings stört der linksausgerichtete Satz mit wenig Absätzen und keiner Silbentrennung erheblich den Lesefluss bei der Printausgabe.

Vielleicht wäre dies ein Verbesserungspunkt für eine zweite Auflage, denn sprachlich ist das Buch spannend geschrieben und inhaltlich auch sehr interessant.

Chondrit Stephan Heinz Inst Post