Rezension zu Martin Heckts Gezeitennebel

Mittlerweile sind es schon an die vier Bände, die die Abenteuer von Freya Warmherz und dem Handelsschiff Soleil Royal ausmachen. In den neuesten Band von Martin Heckt reist Freya zusammen mit dem Schiff, auf dem sie dient, durch den Fluss der Zeit.

Aber fangen wir von vorne an. Der Kapitän der Soleil Royal wird bei seinem letzten Auftrag mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Bei der Ankunft in seiner Heimat Quarakalto wird er von seinem eigenen Volk wie ein Ausgestoßener behandelt. Wir erfahren den Grund: Da er nicht den traditionellen Weg in der Gemeinschaft der Bewohner Quarakaltos gegangen ist, sondern stattdessen zur See hinausfuhr, wird er von seinem Volk als Ausgestoßener betrachtet. Um sein Ansehen wiederzuerlangen, beschließt er mit Seinesgleichen eine kühne Wette: Er soll das nahezu unmögliche Unterfangen schaffen, und zwar in zwei Wochen den Hafen Aritholka erreichen. Der Wetteinsatz – nichts geringeres als sein eigenes Schiff.

Gesagt getan: Sie machen sich auf zu einem Wettlauf gegen die Zeit und nehmen eine Abkürzung über einen mit Untiefen geprägten Fluss, um die Wette zu gewinnen. Das gewagte Manöver durch den Fluss gelingt ihnen nur um Haaresbreite. Doch als sie den Fluss in einem geheimnisvollen Nebel verließen und in Aritholka anlegten, durchfuhr es die Protagonisten wie ein Schock. Da wo einst eine blühende Hafenstadt war, befand sie nichts mehr, außer reinste Natur. Sie stellen beim Anblick der ausgestorbenen Pflanzen fest, dass sie durch die Zeit gereist waren.

Doch wie ist das passiert? Und noch wichtiger: Wie schaffen sie es wieder zurück?

Das sind Fragen, die wir euch aus spoilertechnischen Gründen hier natürlich nicht beantworten wollen.

hecks

Wir fanden das Abenteuer von Freya Warmherz, die bereits drei Abenteuer mit der Soleil Royal bestritten hat, erfrischend. Man merkt durchaus, dass der Autor die Charaktere liebgewonnen hat. Die Protagonisten auf dem Schiff haben nach drei Büchern eine Seele, so tief wie das weite Meer. Die Charakterentwicklung und -beziehung der Crew nimmt viel Raum in dem Buch ein. Schön finden wir, dass die Charaktere sehr vielfältig sind und unterschiedlichen Völker mit unterschiedlichen Eigenschaften und Begabungen angehören.

Der Schreibstil ist jugendgerecht und humorvoll, die Dialoge bestechen durch Wortwitz und lustigen Schlagabtäuschen. So macht die Fahrt der Soleil Royal durch den Fluss der Zeit durchaus Spaß. Lesenswert

Schaut euch doch auch die Seite des Autors an: http://ausgehecktes.de/