Rezension zu Christina Degenhardts „Nurianer“

Einleitung

Christina Degenhardt schickt einem mit Nina gemeinsam auf die Reise ins Waldlandreich. Durch die wunderbare Beschreibung der Welt (sowohl von Frankfurt als auch Nuriend)fällt es einem leicht, sich in dieser zurechtzufinden. Auch sind die Hauptcharaktere gut herausgearbeitet: Sie sind glaubwürdig und die inneren Konflikte, die sie plagen, nachvollziehbar. Auch der Konflikt von Nina zu ihrer Familie ist gut beschrieben und sicherlich gibt es nicht wenige junge Erwachsene, die eben solch einen oder ähnlichen Konflikt in ihrem Alltag wiederfinden.

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Rezension

Insgesamt findet man viele Konflikte wieder, denen sich Jugendliche und junge Erwachsene stellen müssen. Einen großen Anteil des Buches nimmt die Liebesgeschichte zwischen Nina und Tjarko ein. Diese ist spannend beschrieben und bietet jede Menge Konfliktpotenzial und macht es den Charakteren nicht immer leicht. Was für die Zielgruppe sicherlich das richtige Maß an Liebesgeschichte ist, ist für mich zu viel des Guten.

Dies tut der Geschichte jedoch keinen abrupt. Und so kann ich nur sagen, dass jedem, der eine Liebesgeschichte mag, die nicht nur am Rande der Geschichte herumlungert, diese gefallen wird.

Schön ist auch zu sehen, dass sich das Buch mit dem aktuellen Thema Umweltschutz befasst und dies auf eine Weise, welche sich ganz natürlich in den Lesefluss einfügt. Ohne erhobenen Zeigefinger, der dem Leser seine eigenen Fehler vorhält, sondern der diesem die Faszination für die Natur näherbringt.

Das einzige, über das ich ein wenig gestolpert bin, dass auch in unserer Welt genutzte, erneuerbare Energien nicht kritisch hinterfragt werden, sondern einfach als Lösung der Probleme dargestellt werden. Doch ist es wirklich so einfach?

Schön ist auch beschrieben, wie der Anbau von alltäglichen Lebensmitteln in den Feldern von Nuriend stattfindet und dass es für einen Laien nicht immer leicht zu unterscheiden ist, was heranwachsende Lebensmittel sind und was „Wildkräuter“, gemeinhin auch Unkraut gemeint, ist.

Schade fand ich, dass das Thema Viehzucht ausgeklammert wurde und diese selbst nicht mehr in Nuriend nicht mehr am lebenden Tier gelehrt wird, sondern das Aufziehen von Schlachtvieh in die gespaltene Welt ausgelagert wurde. Dennoch kommt Fleisch auf den Tisch, wenn auch selten.

Sicher kann man sagen, es ist nicht so leicht, Tiere zu pflegen als Pflanzen anzubauen, doch gerade wenn es um Naturverbundenheit geht, ist dies ein wichtiger Teil, der erlernt werden sollte. Damit meine ich nicht, dass jeder Student in Nuriend zum Schlachter werden muss, sondern dass das mit der Zucht von Tieren mit viel Verantwortung einhergeht, die man auch nicht ausklammern sollte.

Doch allein, dass man durch dieses Buch auf diese Fragen stößt, zeigt, dass es dazu anregt, sich mit dem wichtigen Thema Umwelt zu befassen. Das Buch versucht auch nicht, eine finale Antwort vorzugeben, wie mit der Umweltproblematik umgegangen werden muss, die es so wahrscheinlich auch nicht gibt. Vielmehr sensibilisiert es für dieses Thema und regt zum Nachdenken an.

Zum Genre und Fazit

Sicher ist das Buch an das Genre „Fantasy“ angelehnt und man findet auch klassische Elemente der Fantasy wieder, doch für mich überwiegt in dem Buch die Umweltthematik und den Konflikten, die sich eine junge Frau wie Nina stellen muss.

Für mich daher mehr Young Adult mit einem Hauch Fantasy, wobei die Grenzen hier sicher fließend sind.

Nurianer ist ein Buch, das jeder gelesen haben sollte, der sich für die Themen des Erwachsenenwerdens, der Liebe und der Umwelt interessiert.