Mini-Bibs

20180502_175612
Vor einigen Jahren schossen sie wie Pilze aus dem Boden. Die wohl kleinsten Bibliotheken, die man im öffentlichen Raum findet, stehen sowohl in kleinen Dörfern auf dem Land als auch in den Metropolen wie Berlin. Doch sie beschränken sich nicht nur auf Deutschland, man findet sich kreuz und quer über den Globus verteilt. Viele laden nicht nur die Interessierten dazu ein, sich in ihnen umzuschauen, sondern auch dazu, sie aktiv mitzugestalten. Es sind wohl neben den kleinsten auch die wechselhaftesten Bibs, welche man findet. Wo andere Bibliotheken sich durch ihren festen Bestand, welcher nur hier und da ergänzt wird, hervortun, sind Minibibs stetig im Wandel befindende Orte. Findet man einen Tag noch ganze Reihen von Klassikern, stehen die Reihen am nächsten mit allerlei gesammelten Werken voll, welche anscheinend keine Struktur haben. Manche Bücher sind Wochen, aber auch Monate in den Minibibs, andere haben schon am nächsten Tag ein neues Zuhause gefunden. So unterschiedlich wie die Bücher in den Minibibs sind, so verschieden sind auch die Menschen, welche sie betreten: Auf der einen Seite jene, die auf der Suche nach neuen Büchern sind. Auf der anderen Seite jene, die bestimmte Bücher zwar nicht mehr Zuhause haben möchten, aber die es zu schade finden, diese in die Mülltonne zu werfen.

Denn jedes Buch hat das Potenzial, jemand anderen zu gefallen. Auch wenn manchmal der bloße Gedanke daran, es in seine Sammlung aufzunehmen, dazu führt, dass man die Hände über den Kopf schlägt. Zwar sind die Minibibs nicht die beständigsten und wohl auch nicht die mit den größten Bestand, doch sie leben von diesem Wandel. Sie laden immer wieder dazu ein, etwas Neues zu entdecken. Sie leben vom Wandel, wo andere von Beständigkeit leben. Der Wandel, der für jede Unibib der Untergang wäre, da kein Student oder Interessierter je dasselbe Buch wiederfinden würde,  macht die Bib erst zu einem Ort, den man immer wieder aufsucht.