Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse 2019 hat bei uns zahlreiche Eindrücke hinterlassen und wir brauchten etwas, um das Ganze für uns zu sortieren.

Am Donnerstagabend begann die Anreise. 6 Stunden später konnten wir unser Hotelzimmer beziehen, fast pünktlich zum Tageswechsel.

Am Freitagmorgen ging es dank Fachbesucherausweis schnell in die Messehallen. Zunächst verschafften wir uns einen Überblick. Hiernach landeten wir in der Halle der Manga und Comic-Con und stellten fest, dass unser ehemaliger Nachbar dort einen reich besuchten Stand unterhielt. Die Welt ist manchmal klein.

Von dort aus ging es weiter, bis wir schließlich in Halle 5 landeten. Um nicht nur einen Eindruck von großen Verlagen zu bekommen, streiften wir durch den Selfpublisher-Bereich. Während die Verlage immer noch stark am Markt vertreten sind, merkten wir schnell, dass das Selfpublishing nicht nur was für Autoren ist, welche es nicht zu einem Verlag geschafft haben. Manche bieten Nischenprodukte an, die nicht für den breiten Markt gedacht, aber für die Zielgruppe extrem wichtig sind. Zum Beispiel Kinderbücher, in denen Erkrankungen wie Epilepsie oder Autismus kindgerecht nähergebracht werden. Andere Autoren möchten komplett selbst entscheiden, was aus ihrem Buch wird. Vom Schreiben übers Lektorat bis hin zum Cover. Dabei holen sich viele fürs Lektorat oder Korrektorat professionelle Hilfe. Ein Selfpublisher-Buch kann daher, wenn man die nötige Arbeit hineinsteckt, durchaus mit einem Verlagsbuch mithalten. Nach dem wir uns einige Vorträge zum Thema Selfpublishing angehört hatten, zogen wir weiter. Erkundeten die restlichen Hallen und machten uns dann auf in die Leipziger Innenstadt.

Neben dem Geschwister-Scholl-Haus entdeckten wir ein kleines Antiquariat. Man könnte meinen, wir hätten für einen Tag genug Bücher gesehen, aber dem war nicht so. Wir stöberten uns also durchs Antiquariat, welches vergriffene Bücher, vom Kinderbuch bis hin zur Astronomie, anbot. Die alten, dunklen Regale, welche den ganzen Raum durchzogen, versetzten einen zurück an den Anfang des letzten Jahrhunderts. Für uns ein Traum!

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Im Anschluss drehten wir noch eine kleine Runde Richtung Universität, bis wir schließlich bei einem der indischen Restaurants einkehrten und dort den Abend ausklingen ließen.

Samstagmorgen begann mit einer Milchüberschwemmung im Hotel. Das Müsli hat aber trotzdem geschmeckt und der Tag konnte nur besser werden, und das tat er auch.

Auf dem Messegelände angekommen, strahlte uns die Sonne entgegen und lud uns dazu ein, unter dem großen Glasdach zu wandeln. Diesen Bereich hatten wir am Vortag nur dazu genutzt, von einer zur anderen Halle zu kommen. Am Samstag hörten wir uns Vorträge zu aktuellen Entwicklungen auf dem Markt an. Diese reichten von elektronischen Hilfen für den Autor bis hin zu Papier, das anstatt aus Holz aus Gras produziert wurde. Nachmittags machten wir einen Abstecher in den internationalen Bereich, der doch deutlich kleiner war als der in Frankfurt. Schade!

Gerade hier gehen wir besonders gerne auf Bücherjagd, da man manche internationalen Bücher nur schwer über den Buchhandel beziehen kann.

Diesmal zog kein neues, internationales Buch bei uns ein. Aber ich bin mir sicher, dass es nicht allzu lange dauert, bis ein Weiteres seinen Platz in unserer Bib finden wird.

Zum Abschluss des Tages besuchten wir dann noch die kleinen Verlage, die sich zahlreich auf der Leipziger Buchmesse tummelten und gefühlt mehr vertreten waren, als noch in Frankfurt, auch wenn die Stände dort schlichter ausfielen. Gerade bei einigen der kleinen Verlage mussten wir stark bleiben, um nicht einen extra Koffer mit nach Hause zu nehmen.

Diesmal war es später geworden und als wir in der Leipziger Innenstadt ankamen, hatte das Antiquariat, welches wir am Vortag besucht hatten, bereits geschlossen. Gut, dass wir uns die Kontaktdaten haben geben lassen. Zwar ist es nicht dasselbe, die Internetseite zu durchstöbern, aber besser als nichts. Ein Buch über Ägypten ist uns besonders im Gedächtnis geblieben. Mal sehen, ob wir es noch einmal finden.

Nach einem leckeren vietnamesischen Essen sind wir dann erschöpft, aber glücklich ins Bett gefallen.

Sonntag war dann auch schon der Abreisetag gekommen. Wir entschlossen kurzerhand die wenigen verbliebenden Stunden zu nutzen und Leipzig weiter zu erkunden.

Programm für den Tag:

– Völkerschlachtdenkmal

– Leipziger Innenstadt rund um den Markt

–  Der Bahnhof

– Und ein altes verlassenes Stellwerk

Schließlich traten wir die Rückfahrt mit etwas Gleiswechselchaos an und fuhren dem Sonnenuntergang entgegen.