Die Bib der fehlenden Schlösser

Universitätsbibliothek Koblenz

Das erste, was einem an der Universitätsbibliothek Koblenz auffällt, ist ein modernes Gebäude mit Wänden aus Glas. Was wohl noch mehr im Gedächtnis bleibt, ist wohl die Tatsache, dass man sein eigenes Vorhängeschloss mitbringen muss, wenn man seine Sachen einschließen möchte.

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Am Eingang stehen zwar auch Körbe zur Verfügung, in denen man seine Sachen ablegen kann, doch so ohne Aufsicht möchte man dann doch nicht seine Sachen einfach am Eingang abstellen. Das Resultat: Einer nimmt die Sachen und wartet draußen.

Der Tag ist zwar noch etwas frisch, doch die Sonne wärmt schon den Campus der Uni mit ihren Lichtstrahlen. In der Bib selber geht es erst mal darum, sich zu orientieren. Auf der unteren Ebene erstrecken sich rechts von einem zahlreichen Regalreihen. Zur Linken sieht man Arbeitsbereiche mit Rechnern, einer Sitzecke und Büchern, die zum Verkauf stehen. 20180304_125828

Eine Treppe führt hier hinauf in den zweiten Stock. Nachdem der Blick noch einmal 20180304_123040durch den Raum gewandert ist, geht es in Richtung Treppe. Dort angekommen, der erste Zwischenstopp. Der Boden, mit Teppich belegt, dämpft die Schritte und trägt dazu bei, eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Ob der Boden nun tatsächlich schön ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters, doch erfüllt er sicherlich seinen Zweck. Insbesondere in Bibliotheken, in denen viele Menschen ein- und ausgehen und bei ihrer Suche nach Büchern durch die Regalreihen streifen, kann das Geräusch trappelnder Füße den ein oder anderen Lerner und Leser aus seinen Gedanken reißen. Fast halten die gedämpften Schritte einen auch dazu an, seine Stimme zu senken. Sobald man die Treppe erklommen hat, steht man schon vor den ersten Arbeitstischen.

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Diese sind rund um die Bücherregale aufgestellt; – nah an den großen Glasscheiben, welche als Außenwand fungieren. Durch die Anordnung der Tische ist gewährleistet, dass die Arbeitsplätze, in den hellen Stunden des Tages gut beleuchtet sind. Für die frühen und späten Stunden bzw. die dunklen Tage im Jahr stehen Arbeitstische mit modernen „Stehlampen“ bereit.20180304_123807 Legt man sein Buch zur Seite, kann man auf den Campus hinausschauen oder auf der Hinterseite in einem kleinen Garten blicken. Im Hauptraum gibt es keine weiteren Wände, lediglich Pfeiler, welche die Dachkonstruktionen stützen. Dies ermöglicht es ungehindert, zu den verschiedenen Kategorien der Fachliteratur zu gelangen. Die Bücher, welche in 20180304_123249metallenen Regalen darauf warten, gelesen zu werden, sind im vorderen Teil des Obergeschosses deutlich häufiger vertreten als weiter hinten. Dort findet man einige verwaiste Regale, welche darauf warten, mit Wissen gefüllt zu werden. Die einzigen klassischen Wände, welche man findet, führen an den Wegen ins Nachbargebäude entlang. Dieser Teil der Bib ist deutlich dunkler, die Wände weiß gehalten und mit Rauffaser-Tapete beklebt. Wieder im Erdgeschoss angekommen, fällt auf, dass es drei 20180304_124651Regalreihen, gefüllt mit Büchern gibt, welche für kleines Geld zum Verkauf stehen. Diese sind direkt neben einer großzügigen Leseecke mit bequemen Sesseln aufgestellt.

Etwas abseits von diesen Büchern findet man ein kleines Regal mit antiquarischen Büchern. Auch diese stehen zum Verkauf. Leider sind viele davon schwer angeschlagen. Die Seiten sind vergilbt, einige Bücherrücken fehlen und weisen Stockflecken auf, so dass man sieht, dass sie unter Feuchtigkeit gelitten haben. Es ist traurig, Bücher, welche zum Teil über ein Jahrhundert überdauert haben, in einem solch schlechten Zustand zu sehen. Daher kann man jedem Buchliebhaber ans Herz legen, sich mit der Aufbewahrung von Bücher näher zu befassen.

Hinter diesem Regal befinden sich „Bücherkäfige“, – abschließbare Fächer für Bücher, 20180304_125044welche von den Studenten für ihre Haus- oder Abschlussarbeiten gebraucht werden. Die nicht jedes Buch mit nach Hause schleppen möchten und somit sicher sein können, dass man noch Zugriff auf diese hat, wenn man das nächste Mal die Bibliothek betritt. Auch im weiteren Bereich gibt es leerstehende Regale. Leseecken, die bevorzugt an den großen Glaswänden stehen, und selbstverständlich Studenten, welche sich durch die Buchseiten wühlen, in der Hoffnung, in ihnen die dringend benötigten Antworten für ihre Arbeiten zu finden. An der Rezeption angekommen, verabschiedet man sich von den Angestellten, die die Aufsicht über die Bibliothek haben und tritt wieder in den Vorraum mit den Schließfächern ohne Schloss, hinaus in das Gelände des Campus.