Klassifizierung

Es gibt die verschiedensten Bibliotheken, denen allen gemeinsam ist, dass in ihnen Bücher aufbewahrt und zum Teil auch ausgeliehen werden können.

So gibt es bspw. die Universitätsbibliotheken, die Wissen für die Studenten und Interessierten bereithalten. Dabei sind Universitätsbibliotheken je nach Standort und fachlicher Spezialisierung thematisch unterschiedlicher denn je. Ein Blick in die Bibliothek der Universität Aachen, die sicherlich ein Eldorado für technische Bereiche ist, und der germanistischen Fachuniversität der Uni Düsseldorf zeigen diese Unterschiedlichkeit deutlich auf.

 Die Bibliothekslandschaft kann divergenter kaum sein, was auch mit der Geschichte zusammenhängt. So bestanden bereits seit dem 16 Jahrhundert private wie auch öffentliche Sammlungen, die sich in ihrem Bestand unterschieden. Die Kataloge aus dem 16 und 18 Jahrhundert zeigen hierbei, dass mit der Entstehung der ersten Bibliotheken alle Arten von Manuskripten gesammelt wurden. Es wurde hierbei kaum selektiert oder unterschieden: Dazu zählten Drücke auf Papier und Pergament, riesige Plakate, mehrbändige Folianten: ein Sammelsurium an Material. Dies hatte zur Folge, dass viele Dokumente nach der Umgestaltung der Bibliothekslandschaften in den Archiven einer Bib verlorengingen und erst nach langer Recherche- und Suchtätigkeit wiedergefunden wurden.

Diese Unterteilung in private und öffentliche Bibliotheken sowie die hier kurz dargestellte Überlieferungssituation haben dazu geführt, dass es bis heute keine Gesamtdarstellung aller Bibliographien im deutschsprachigen Raum gibt. Es tun sich heute noch zahlreiche Themengebiete in der Bibliographielandschaft auf, die forschungswürdig sind.

Dies sollte man sich bewusst sein, wenn man sich das Bibliothekssystem in Deutschland näher anschauen möchte.

Die Klassifikation der Bibliotheken erfolgt durch Haupt- und Untergruppen, die durch eine Notation gekennzeichnet sind. Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Klassifizierungssysteme.

Die allgemeine Systematik für öffentliche Bibliotheken ist eine der Gängigsten, wenn gleich nicht das einzige System, nach denen man Bibliotheken gliedern kann. Es stellt auch keine wertende Instanz dar, da sich bisher noch kein Standard durchgesetzt hat.

Es dient hier der Veranschaulichung: Das ASB-System unterteilt Bibliotheken in Haupt- und Untergruppen. Es werden 23 Hauptgruppen unterschieden, die nach den Großbuchstaben A bis Z zugeordnet werden. Die drei Buchstaben i, J, Q werden hierbei ausgeklammert. Die Belletristik wird hierbei nicht thematisch untergliedert und somit ein wenig stiefmütterlich behandelt, da alle Werke in die Kategorie Z eingeteilt werden.

Die Hauptgruppen werden noch einmal in Untergruppen untergliedert. Zur Veranschaulichung wird hier die Kategorie E Geschichte angeführt:

E Geschichte, Zeitgeschichte
Em Deutsche Geschichte
Emp Deutsche Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart
Emp 8 Deutsche Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart
Emp 82 Deutsche Geschichte von 1945 bis 1990
Emp 820 Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis 1990