Fliesenboden

Der Fliesenboden kalt und rutschig, „brr“ ist er manchmal uns ein Graus. Doch wenn man es mal recht bedenkt, hat er uns das ein oder andere Mal auch reich beschenkt. Nicht nur mit blauen Flecken, sondern auch mit reichlich Zeitersparnis. Mit einem Wisch ist der Schmutz schon fort, während man bei anderen Böden noch schrubbt. So scheint er manchen öd und kahl, doch gebt ihm noch eine Chance und hört, was er zu sagen hat.

Die Fliesen, sie bestehen aus gebrannten Ton. In vielen Farben machen sie uns froh. Von kunterbunt-gemischt bis von der Natur inspiriert. Doch gebt acht! Nicht nur die Fliesen aus Ton gebrannt, tragen diesen Namen. Es gibt sie auch direkt als Stein (Siehe Kategorie Naturstein). Die klassischen Fliesen aus Ton gebrannt, haben häufig eine Glasur und lassen sich in allen Mustern legen, von dem man so träumt. Fliesen findet man im Haus und auch auf dem Balkon, doch manche Fliese friert nicht gern und sucht ein Zuhause, schnuckelig-warm.

Soll die Fliese draußen verharren, bietet es sich an, auf ihre Frostbeständigkeit zu achten. Möchte man nicht allzu sehr rutschen, wählt man Fliesen, die eine Rutschhemmung versprechen. Doch diese sind im Gegensatz zu ihren Kollegen, nicht so leicht sauber zu kriegen. Von Schimmel bleibt man bei Fliesen meist verschont. Nur die Fugen können unter dieser Krankheit leiden. Zwar sind strahlend, saub’re Fliesen schön, doch bei Alten sollte man noch auf andere Strahlung achten. Die meisten wünschen, sie täte sich von selbst… die Reinigung von Böden, schmutzbehaftet und gar nicht mal so leicht.

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Bei Fliesen muss man so manche Dinge beachten, damit das Schrubben nicht überhandnimmt. Ist die Oberfläche sehr rauch, ist sie nicht leicht zu pflegen. Ist sie sehr glatt, rutscht man fröhlich durch die Gegend. Doch leichter rein zu halten, sind sie allemal. Manche Fliesen, sie enthalten saugfähige Kapillaren, die lassen gerne andere Farben einziehen. Sind sie glasiert, ist auch eine Imprägnierung obsolet. Nur für die Fugen, dort gibt es ein Mittel, das versiegelt die Fugen.

Sieht man keine Fugen, so ist die Oberfläche wohl geschlossen. Freut euch, dann sind sie besonders leicht zu reinigen. Nun mag man denken, wenn ich schon reinigen muss, was erleichtert mir den ganzen Frust? Es ist ganz einfach, ein Haushaltsreiniger muss her.

Möchte der Fleck nicht gehen, so lasst euch ein wenig Zeit. Lasst Tee oder Kaffee ziehen, während der Reiniger den Fleck aus den Fliesen zieht. Möchte der Fleck auch dann noch nicht gehen, trinkt zunächst zu Ende. Die Zeit sollte man sich nehmen. Dann holt eure Geheimwaffen hervor: Mikrofasertücher, Bürsten und Reinigungspads. Doch gebt acht, dass ihr die Fliesen nicht verletzt. Schimmel- und Staubflecken mögen den Chlorreiniger nicht, der ihnen sogar kein gemütliches Zuhause verspricht.

Doch für sie ist es nun geschafft, die Reinigung beendet, und mit neuer Kraft geht es weiter durch den Tag, zu den Dingen, die man mag. Sollte Ihnen diese Info noch nicht reichen, so ein kleiner Tipp: Es gibt noch weitere Fliesen. Ihre Namen möchte ich hier kurz nennen:

  • Zementfliesen
  • Steinfliesen (Natursteinboden)
  • Teppichfliesen
  • Klebefliesen
  • PVC-Fliesen

Mit der Zeit werden auch diese Fliesen ihren Weg auf unsere Seite finden. Schauen Sie doch mal beim Naturstein rein, der ist recht fein.


Feinsteinzeug

Als Feinsteinzeug werden im Allgemeinen keramische Fliesen bezeichnet, welche eine sehr geringe Wasseraufnahme haben. Feinsteinzeug wird sowohl als Boden als auch als Wasserfliese angeboten.

Dabei sind die Fliesen unterschiedlich aufbereitet. Dies hat vor allem einen Einfluss auf den optischen Eindruck, welchen die Fliesen beim Betrachter hinterlassen.

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Feinsteinzeug kann glasiert oder unglasiert, poliert oder geschliffen sein. Dadurch, dass die Wasseraufnahme des Materials so gering ist, eignet sich das Feinsteinzeug auch für den Außenbereich. Stichwort hierfür ist die Frostbeständigkeit. In der eigenen Bib ist dieser Punkt sicher nice to know, aber nicht ausschlaggebend dafür, ob man sich für Feinsteinzeug als Bodenbelag entscheidet.

Wichtig zu wissen, ist jedoch, dass Feinsteinzeug eine gute Abriebbeständigkeit hat und zudem auch eine hohe Bruchfestigkeit aufweist. Nicht auszudenken, wenn durch ein Missgeschick wie einem fallenden Teller erste Risse in den neu verlegten Boden auftauchen. Da wir hoffen, dass Ihre BIb (und wenn nur durch Sie selbst) gut frequentiert ist, möchten wir noch erwähnen, dass sich Feinsteinzeug auch gut für intensiv genutzte Flächen eignet. Feinsteinzeug ist weit entfernt von eintönig und langweilig. Es bietet viele verschiedene Dekore an, nicht zuletzt, da es bedruckbar ist, was wiederum vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zulässt. So werden zum Teil Oberflächen aus anderen Materialien imitiert (z.B. Holz). Auch Mosaik und Bordürensysteme sind möglich. Je nach dem, für welchen Feinsteinzeug man sich entscheidet, können die chemische Beständigkeit, die Rutschhemmung und die Ritzhärte stark variieren. Wählt man ritzhärtere Varianten können dies pflegeleichtere Alternativen zum Natursteinböden sein, auch durch die Eigenschaft, sich leicht reinigen zu lassen. Ein Nachteil zum Natursteinböden ist allerdings, dass man die Platten nicht durch das Abtragen der Oberfläche sanieren kann.


Steingutfliesen / Steinzeugfliesen

Diese Fliesen bestehen zu einem großen Teil aus Ton und werden bspw. als Sanitärkeramik oder Keramikfliesen verwendet.

Steingut- und Steinzeugfliesen unterscheiden sich durch die Rezeptur, die unterschiedliche Aufbereitung der Rohstoffe und vor allem durch die Brenntemperatur.

Steingut

Steingut wird vor allem als Wandfliesen in Innenräumen verwendet.Der gebrannte Scherben ist hell, fast weiß.Er enthält: Ton, Zusatzstoffe (z.B. Quarz und Feldspalt) sowie Kaolin.Der Stoff Kaolin ist für die Aufhellung des Materials verantwortlich.

Preisgünstige Keramikfliesen ohne Kaolin werden als Irdengut bezeichnet und haben eine rot braune Farbe.Steingut wird bei weniger als 1200°C gebrannt (unterhalb der Sinterungsgrenze). Dies bedeutet, dass die verwendeten Rohstoffe nicht vollständig schmelzen. Es entsteht ein poröser Scherben mit vielen Luftporen.Dadurch ist das Material einfacher zu schneiden, zu brechen und zu bohren.

Allerdings ist es nicht besonders belastbar und wird nur selten in Bodenbereichen verwendet.Kommt es im Bodenbereich zum Einsatz, dann nur in mäßig belasteten Bereichen und unter Verwendung von relativ dicken Fliesen.

Steingut kann einen Masseanteil von bis zu 15% in Wasser aufnehmen. Dies hat den Nachteil, dass Steingut nicht frostbeständig ist und nur in Innenräumen verwendet werden sollte.

Ein Einsatz in Nassräumen ist nur mit Glasur möglich. Diese ist wasserabweisend. Die Glasur ermöglicht auch eine leichtere Pflege.Die Rückseite bleibt jedoch unglasiert. Dies bietet einen besseren Halt des Steinguts an der Wand.

Insgesamt ist Steingut nicht gut für den Einsatz in einer Bibliothek geeignet. Insbesondere, da die schweren Bücherregale eine massive Belastung des Bodens bewirken. Steingut eignet sich somit höchstens als Wandverzierung in der Bib. Mit etwas Kreativität kann man hier vielleicht ein ansprechendes Muster verlegen? In unserer Bib haben wir auf dieses Experiment verzichtet.

Steinzeug

Optisch gibt es kaum ein Unterschied zum Steingut.Zwar ist Steingut meist etwas dunkler, doch durch die Glasur ist dies nicht zu erkennen, wenn das Material verlegt ist.Bei Steinzeug wird eine ähnliche Rohstoff-Zusammensetzung verwendet wie bei Steingut.Steinzeug enthält allerdings mehr Feldspalt und weniger Kaolin.

Insbesondere unterscheiden sich Steingut und Steinzeug bei der Brenntemperatur. Steinzeug wird bei mehr als 1200°C gebrannt. Somit kommt es zu einer Sinterung der Rohstoffe.Der Feldspalt schmilzt und fließt in die vorhandenen Poren der Tonmasse.Hierdurch wird das Steinzeug deutlich dichter als Steingut und somit auch härter und belastbarer.

Steinzeug wird häufig für Fliesenboden verwendet. Er kann lediglich einen Masseanteil von bis zu 3% in Wasser aufnehmen. Diese hat den Vorteil, dass Steinzeug frostbeständig ist. Es ist somit durchaus auch im Außenbereich einsetzbar.

Während Steingut kaum ohne Glasur eingesetzt wird, ist diese beim Steinzeug nicht zwingend notwendig. Es gibt durchaus nicht glasierte Fliesen, die dennoch wasserundurchlässig und relativ pflegeleicht sind.

Die nicht glasierten Steinzeugfliesen haben sogar den Vorteil, dass sie widerstandsfähiger gegen Kratzer sind.

Sie haben eine durchgehend einheitliche Farbe. Bei Abrieb entstehen somit keine sichtbaren Schäden.