Autoreninterview Samuel Bednarek

Wir freuen uns heute Samuel mit seinem Fantasyroman „Die Winde von Odysee – Die Steine des Chaos“ bei uns begrüßen zu dürfen. Geladen haben wir zu Autoreninterview und er hat einiges zu Berichten.

Erfahrt, worum es in dem Roman geht, warum er die Erlöse spendet und einiges mehr über den Autor.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Worum geht es in deinem Roman?
Das mysteriöse Kristallwesen Sykka erscheint und zerschmettert die Ordnung der Welt mit einer uralten, versiegelten Macht. Als sich zwei Helden in den Widerstand erheben, geraten sie auf die Spuren des geheimnisvollen Wanderers, welcher vor langer Zeit die Geschichte der Chaossteine prägte. Kann der Sturm der Veränderung auf dieser epischen Reise noch aufgehalten werden?
Es geht darum, die Leser auf eine Reise zu entführen, welche das sehr genau nimmt. Während man der Hauptstory folgt, werden intensive und abwechslungsreiche Geschichten entlang der Reise erzählt. So wird die Story um die Kristallbestie und die Chaossteine weitergetrieben, ohne langweilig zu werden. Auf 1300 Seiten werden viele Geschichten erzählt, die in sich geschlossen sind und so ein angenehmes Lesen der einzelnen Episoden möglich machen. Trotz der Länge sollen die Leser es als Wohlfühlbuch zwischendurch oder am Stück lesen können – so möchte ich das Medium Buch auch für größere Umfänge an den heutigen Zeitgeist anpassen.

Wie bist du auf die Buchidee gekommen?
Die Idee kam mir vor mittlerweile 18 Jahren – damals, beinahe noch im Sandkasten, entwickelte ich das Land Tora und begann damit die Welt und die Geschichten zu bauen. Genauer gesagt kam mir die Idee dadurch, dass ich nie ein Fantasybuch gefunden habe, dass mich wirklich mit auf eine Reise nimmt. Es gab Reisen und komplexe Welten, aber innerhalb davon wenige Geschichten und so fühlte ich mich nie wirklich angekommen. Also wollte ich das gerne selbst für andere Leser schreiben. Nach 13 Jahren Vorbereitung (2h täglich) war ich bereit und begann vor 5 Jahren mit dem Schreiben von Band 1.

Wo schreibst du am liebsten?
Mittlerweile schreibe ich am liebsten auf meinem Bett. Früher habe ich sehr viel in der Bahn auf dem Weg in die Uni geschrieben oder im Büro während der Mittagspause. Die letzten Seiten meines Werkes schrieb ich auf einem Weinberg in der Pfalz, dort wo ich als Kind beim Spazieren immer in Gedanken an der Welt arbeitete. So schloss sich der Kreis.

Hast du ein Schreibritual?
Tatsächlich nicht. Ich höre meistens Musik und schreibe mittlerweile immer in der Mittagspause. Da ich alles im Kopf habe, muss ich auch nichts vorbereiten und kann den Worten freien Lauf lassen.

Was war die erste Geschichte, die du geschrieben hast (an die du dich erinnerst)?
Die Geschichte hieß goldene Sonne und ich habe sie in der vierten Klasse auf rund 40 Seiten geschrieben. Ich glaube kurzfassen war in keinem Alter meine Stärke.

Was war das Lustigste, dass du je geschrieben hast?
Lustige Stellen oder Umstände entdecke ich heute immer wieder – meistens liegt das daran, dass es Sachen sind, die ich mir als Kind überlegt habe, dass einfach vieles nicht wusste. So heißt mein Buch etwa Odysee, weil ich es als Kind einfach falsch geschrieben habe und dann wollte ich es so lassen. Der Hauptcharakter heißt Echec, lustiger Weise heißt das auf türkisch Esel (was ich auch als Kind nicht wusste) oder auch der Staatenbund in meiner Welt, der die ganzen Kontinente auch umspannt, heißt Corona – das sollte nur Krone bedeuten. Jetzt heißt er allerdings Eldera und würde so als Ausnahme umbenannt.

Liegen noch weitere Romanprojekte bei dir in der Schublade?
Mein nächstes Buch trägt den Namen „Sternenwind“ und es geht um die Suche nach den Erinnerungen eines Toten. Das Buch wird nur ca. 350 Seiten umfassen und dient als Einführung für Leser, die sich trotz des Episodenformats noch nicht an 1300 Seiten trauen. (respektive 2600 Seiten für den vollen Band 1 inkl. 1.2). Das Buch wird auch ein Statement für die Bedeutung von Bienen in unserer Welt und die Einnahmen werden komplett an Bienenschutzprojekte gespendet.Ich müsste über 200 Jahre alt werden, um alle Geschichten zu schreiben. Aktuell habe ich 5 Jahre an Band 1 gearbeitet, anfänglich schrieb ich nur eine Seite am Tag – jetzt sind es vier Taschenbuchseiten. Die nächsten Projekte sind Band 2-9, das wird ca. 18 Jahre dauern, wenn ich alle zwei Jahre ein Werk veröffentliche. Anschließend plane ich 5 Bände für die Vorgeschichte und ein abschließendes Werk.

Planst du deine Bücher oder schreibst du einfach drauf los?
Ich plane 15 Jahre, allerdings ist das Buchschreiben außerordentlich organisch – es wächst, entwickelt sich und verbindet sich von selbst. Das sind für mich als Autor die schönsten Momente, wenn sich Zusammenhänge ergeben, die selbst ich nicht sah und die für mich ein Beweis für die Komplexität und Funktionalität der Welt sind.

Haben deine Romancharaktere schon einmal ein Eigenleben entwickelt?
Ja, unter anderem weil ich immer sehr nah am Leser schreiben möchte. Die Geschichte soll uns allen gehören, nicht nur mir. Aus diesem Grund bringt meine Geschichte auch das sogenannte Konzept der eReads mit sich – das sind regelmäßig erscheinende, kostenlose Kapitel, die nach Leserwünschen entstehen. Wenn ein Leser etwa ein Nebencharakter, den man auf der Reise trifft, besonders mag und sich mehr von ihm wünscht, bekommt er in eigenen Kapiteln mehr Geschichte. Der Plan dahinter, neben der Leserorientierung, ist das Medium Buch aufzubrechen. Denn wer die volle Welt konstant neben sich her erkunden und leben lassen möchte, braucht die eReads im elektronischen Format. Wobei die Hauptstory natürlich für sich alleine steht.

Kannst du dich mit deinen Protagonisten identifizieren?
Mein Herz, meine Seele und mein ganzes Leben steckt in diesem Buch und dieser Welt. Es gab 10 Jahre ohne das Buch und 18 Jahre, in der jeder Tag dieser Geschichte gewidmet wurde. Ich denke, dass unbewusst in jeder kleinen Zeile etwas steht, mit dem ich mich identifiziere.

Gibt es einen Charakter, den du besonders ins Herz geschlossen hast, und wenn ja warum?
Der Phönixkönig Danrega. Er taucht sehr früh in der Geschichte auf und ist das mächtigste Wesen der Welt Odysee und doch mischt er sich als Säule der Welt nicht in eben diese ein. Er wird lediglich aktiv, um seine Tochter vor seelenlosen Dämonenrittern zu retten, gegen die die Protagonisten unterlagen. Phönixe haben mich schon immer sehr fasziniert – ihre Symbolik der Wiedergeburt, der Stärke, Heilung, der Freiheit, des Feuers und des Fliegens. Und er ist die Krone von all dem, das mächtigste Geschöpf. Darum mag ich ihn.

Gibt es ein Genre, mit dem du gar nicht warm wirst?
Ich denke, dass jede Geschichte gut sein kann und fesseln kann, allerdings brauche ich noch den einen oder anderen guten Thriller, Krimi oder Liebesroman, der mich entflammt und von dem ich lernen kann. Jedes Genre hat etwas, dass es besonders gut macht – Spannung bei Trillers, Wendungen bei Krimis oder Gefühle bei Liebesgeschichten.

Warum war es dir wichtig, die Einnahmen aus deinen Buchverkäufen zu spenden?
Ich denke, dass ich für mich mit meinem Buch die Antwort auf mein Leben gefunden habe. Ich liebe es in diese Welt einzutauchen und Geschichten zu schreiben und ich möchte, dass diese Bücher, die Fußspuren sind, die ich eines Tages zurücklasse. Aber das soll nicht alles sein, ich möchte von diesem Glück, dieses Buch schreiben und dürfen, etwas zurückgeben und so soll nur eine Fußspur von meinen Geschichten erzählen. Die andere Fußspur soll Tieren die Chance geben Pfotenspuren in den Herzen der Menschen zurückzulassen.
In diesem Leben haben mich viele Tiergefährten begleitet. Wenn ich mit meinem Hund nicht täglich spazieren gegangen wäre, gäbe es diese Geschichte nicht. Wenn meine Katzen mir keinen Frieden im Geiste gebracht hätte, hätte ich nicht denken können. Und so, wie meine Geschichten mein ganzes Leben sein sollen, so waren meine Tiergefährten leider nur ein Teil davon. Auf der anderen Seite war ihre Zeit an meiner Seite ihr ganzes Leben. Und so möchte ich mit meinem Buch einfach dafür sorgen, dass viele andere Tiere Teil eines Lebens sein dürfen und dass viele Menschen Tieren ein Zuhause geben können und ihnen ein Leben schenken. Oft finden wir in Haustieren das, was wir uns in anderen Menschen wünschen – Treue, Einfachheit, Dankbarkeit und Liebe, aber auch einfach nur Gesellschaft, Verantwortung, Freude oder Unschuld. Tiere sind etwas reines und viele Schicksale sind nicht verdient. Dagegen möchte ich etwas machen.

An wen gehen die Spenden?
Die Spenden aus meiner aktuellen Veröffentlichung gehen an das Tierheim, aus dem schon viele meiner Katzen stammten. In meinem neuen Buchprojekt wird jedoch alles an Bienenschutzprojekte gespendet. Während also die Hauptreihe für unsere Haustiere sorgt, soll das neue Projekt dafür sorgen, dass es Bienen gut geht – denn wir brauchen Bienen in unserer Welt.Es wird immer um den Schutz und das Wohlergehen von Tieren gehen. Immer.

Werbung