Dos and Don’ts der Aufbewahrung

Die Aufbewahrung von Büchern, besonders älteren Exemplaren, führt bei vielen Leuten zum ein oder andere Fragezeichen. In diesem Beitrag möchten wir daher auf die Dos and don`ts hinweisen.

Der Aufbewahrungsort bzw. die Lagerart erfüllt bei vielen Büchern eine wichtige Funktion. Wie in bereits einleitenden Kapitel erwähnt, sollen Bücher im besten Fall von äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, zu nennen wären hier insbesondere Staub, Schmutz, Feuchtigkeit sowie Sonnenlicht.

Je älter ein Buch ist, desto mehr sieht man ihm den Zahn der Zeit an: Die Seiten sind vergilbt, Schmutzreste haben ganze Seiten versifft. Im schlimmsten Fall ist der Buchrücken spröde geworden und kann kaum noch die unzähligen Seiten, die auf ihm lasten, zusammenhalten. Aus diesen Gründen muss man Bücher, die ihre Jahrhunderte bereits auf dem Buckel haben, besonders hältern.

Dem Aufbewahrungsort kommt hierbei eine tragende Bedeutung zu. Obwohl dies nie ganz möglich ist, muss dieser besonders staubdicht sein, d.h. so viel Staub wie möglich abhalten. Eine gute Dichtigkeit führt dazu, dass das Buch nicht nur mit wenig Staub, sondern auch mit wenig Schmutzpartikeln in Berührung kommt. Durch speziell angefertigte Ausstellungsvitrinen lässt sich dies realisieren, und zudem stellen diese das Schmuckstück zur Schau. Allerdings kann man auch ggf. bereits gekaufte oder günstigere Vitrinenmodelle verwenden und diese nachbessern. Sofern solche Vitrinen luftdurchlässige Stellen aufweisen, kann man hier durch Staubfilter oder Gaze diese Bereiche abdichten. Die Erfahrung zeigt hierbei, je luftdichter ein Vitrinenschrank wird, desto teurer ist er.

Wenn Bücher neu in eine Sammlung kommen bzw. vorher schlecht gelagert wurden, kann man Staub- und Schmutzreste durch spezielle Reinigungsbürsten entfernen. Da das Papier bei vielen alten Büchern dazu neigt, schnell rissig zu werden, erfordert der Umgang mit diesen Bürsten eine wenig Übung und Fingerspitzengefühl.

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Alte Bücher können in Vitrinen auf Ausstellungsständern gestellt werden. Diese haben nicht nur den Vorteil, dass sie das Buch besser in Szene setzen, sondern sie verhindern auch das häufig gesehene Aneinanderreihen mehrerer dicker Wälzer. Wenn man alte Bücher im Bücherregal, wie Zinnsoldaten dicht aneinanderreiht, muss man bedenken, dass die Bücherrücken und Seiten hierdurch gequetscht werden können und den Büchern damit nachhaltig zugesetzt wird. Oftmals lösen sich dann, nachdem man Bücher nach einer Weile wieder herausgreift, in Folge einer solch unsachgemäßen Lagerung etliche Seiten vom Buchrücken. Ebenfalls wichtig ist es, eine entsprechende Atmosphäre im Raum zu schaffen, die Zersetzungsprozesse behindert, wobei sich die Zersetzung, trotz entsprechender Vorkehrungen, nie ganz verhindern lässt. Die optimalen Lagerungsbedingungen liegen bei einer konstanten Raumtemperatur von 13-20° sowie einer relativen Leuchtfeuchtigkeit von 45 -55%. Bei diesen Werten sieht man, dass vor allem extreme Werte, d.h. zu warme oder kalte Temperaturen sowie übermäßige Feuchtigkeit oder Trockenheit vermieden werden sollten. Auch wenn allgemein die Angst vor Feuchtigkeit größer ist, sollte man bedenken, dass zu viel Trockenheit im Raum ebenfalls ein Buch schaden kann, so dass man hier eventuell über Anlagen zur Luftbefeuchtung nachdenken muss.

Einer weiteren zentralen Bedeutung kommt dem Licht zu. Besonders UV-Licht schadet unseren Büchern. So sollten die alten Bücher vor einfallendem Sonnenlicht geschützt werden. Allerdings, und das wird oftmals unterschätzt, ist UV-Licht auch in vielen Leuchtmitteln enthalten. Diese fallen somit  für eine langfristige Lagerung weg. Sollten Leuchtmittel gekauft werden, um bestimmte Exemplare würdig auszuleuchten, so muss beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Lampen keinen UV-Anteil haben.

Der optimale Fall bei der Bücherlagerung sieht also vor, dass bestimmte Extreme verhindert werden. Ebenso wichtig ist allerdings auch ein möglichst schützendes Refugium für die Bücher, um sie von äußeren Schadeneinwirkungen zu schützen.