Bayerische Staatsbibliothek

Nicht weit vom Odeonsplatz befindet sich die bayerische Staatsbibliothek. Nahe der Universität gelegen, spielt sie neben der Bewahrung bayrischer Literatur auch eine wichtige Rolle in der Lehre und Forschung.

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Unser Weg durch die Staatsbibliothek führte uns durch insgesamt drei Stationen. Erste Station ist hierbei der große Lesesaal, in dem sich Bücher auf zwei Etagen über mehrere Regalbereiche finden lassen, fein unterteilt in ihre Themenbereiche.

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Jedes Buch, welches in Bayern veröffentlicht wurde, ist hier mit mindestens einen Präsenzexemplar zu finden. Umringt war die Empore mit Sitzplätzen und -bänken, die sich auf der ersten Ebene ausbreiteten, und an denen sich Interessierte unterschiedlichen Alters und Interesses tummelten, um in den Büchern zu lesen.

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In einem weiteren Lesesaal, der im Keller lag, befand sich das Zeitschriftenmagazin der Staatsbibliothek. Egal, was man suchte, von hochwissenschaftlichen Aufsätzen, über Gartenzeitungen bis hin zum Klatsch-Boulevard – es war hier zu finden. Die zweite Station auf unserer Reise war der Musik -und Kartensaal, welcher mit seinen verzierten Regalreihen an Bibliotheken alter Tage erinnerte. Auf einer gezickzackten Treppe, die auf zwei Emporen hinaufführte, konnte man den ganzen Saal überblicken. Ruhiges und dennoch reges Arbeiten an zentral platzierten Arbeitstischen zeugten von tüchtigen Treiben . Dennoch ließ das Highlight unserer Tour noch auf sich warten. Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt eine der größten Handschriftenarchive weltweit. 20180523_133207Dieses, nur für wenige Personen mit dem richtigen Studiengang zugängliche Areal, war unsere nächste Station. Der Hauptbestand der Handschriften im Archiv beläuft sich auf die letzten vier Jahrhunderte und legt somit seinen Fokus auf die Neuere und Neueste Geschichte. Dennoch lassen sich unzählige Werke finden, deren Ursprung viel weiter zurückreicht. So finden sich hier ebebfalls zentrale Papyri-Verzeichnisse und Inschriftenwerke aus der Antike und altertümlichen Zeit. Die ganze Bandbreite an Werken aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit offenbart den Wert dieser Sammlung für die Gegenwart. Das Arbeiten mit Handschriften, die nicht alle ausgestellt sind, bleibt historisch fachkundigen Personal vorbehalten. Dennoch lassen sich hier auch viele Monografien in der Sekundärliteratur zu bestimmten Themen finden, die aus dem letzten Jahrhundert stammten und die oftmals ein gutes Überblickswissen vermitteln, da die meisten Werke von renommierten Historikern verfasst wurden und heute als Standardwerke gelten.

Für den Geschichtswissenschaftler und auch denjenigen, die das Fach noch studieren 20180523_134436(Beide erhalten hierfür einen Zugang), ist der Ausflug ins Archiv durchaus die Reise wert, damit das Arbeiten an den Quellen aus nächster Nähe mitverfolgt werden kann. Man merkt, dass diesem Ort durchaus ein Jahrtausende altes Wissen anhaftet, dem man sich kaum entziehen kann. Und mit diesem Wissen im Hinterkopf, einen gut bewahrten Schatz in München gefunden zu haben, möchten wir Ihnen diesen Ort wärmstens ans Herz legen, frei nach dem Motto, dieser Ausflug ist für jeden Buchliebhaber die Reise wert.