Lieblingsbuch

Der heutige Artikel dreht sich um den Begriff Lieblingsbuch und was sich dahinter verbirgt.

Der Duden hat eine einfache, knappe und eingängige Definition für den Begriff Lieblingsbuch:

„Buch, das jemand vor jedem anderen Buch liebt.“

Hier könnte man den Artikel für beendet erklären, denn die Definition ist eindeutig.

Jedoch sind Lieblingsbücher so unterschiedlich wie die Menschen, welche sie lesen.

Daher möchte ich hier darauf eingehen, was ein Lieblingsbuch ausmacht.

Für mich persönlich ist ein Lieblingsbuch ein Buch, das mich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben berührt und seitdem nicht mehr losgelassen hat. Man mag es kaum glauben, aber früher habe ich gar nicht gern gelesen und jede Gelegenheit dazu genutzt, mich davor zu drücken. Zwar habe ich es geliebt, wenn man mir als Kind etwas vorlas, aber selber lesen? Zum damaligen Zeitpunkt nichts was ich freiwillig getan hätte. Wie kam es also dazu, dass eine kleine Bibliothek in meinen Vierwänden einziehen durfte, obwohl die Zeiten des Vorlesens lange vorbei sind. Es hat mit meinem Lieblingsbuch zu tun. Dieses kam zwar nicht ganz zufällig zu mir, doch ich hätte nicht erwartet, dass ich nach den ersten Seiten freiwillig weiterlesen und dann innerhalb kürzester Zeit alle drei Bände durchlesen würde. Der Spaß am Lesen war geweckt und ich ging daran, weitere Bücher zu entdecken. Erst waren es ein paar Wenige, doch schnell wurden es immer mehr. Ja es gab auch Bücher, die Fehlkäufe waren, und jene, denen ich zunächst eine zweite Chance geben musste, um sie schätzen zu lernen. Doch hätte ich dieses Buch, was zu meinem Lieblingsbuch geworden ist, nicht in die Finger bekommen, wäre ich vielleicht heute noch ein Lesemuffel.

Nicht jedes Lieblingsbuch muss so einen nachhaltigen Wandel in einem auslösen, doch ich bin mir sicher, jedes Lieblingsbuch berührt den Menschen, der es genau zu diesem erklärt hat.

lieblingsbücher2

Man nimmt es auch nach Jahren wieder gerne in die Hand. Liest wieder in es hinein oder es gar erneut und freut sich darüber, auf den zweiten Blick die ein oder andere Kleinigkeit zu entdecken, die einem im ersten Durchgang des Lesens entgangen ist.

Mit der Zeit hat es vielleicht den ein oder anderen Knick bekommen oder der Schutzumschlag ist nicht mehr ganz so glänzend wie am Anfang. Würde man es deshalb weggeben? Es im Bücherschrank aussetzen oder es durch eine Neuauflage ersetzen? Eher nicht. Denn obwohl es nicht mehr ganz so perfekt wie am Anfang daherkommt, so ist es doch das Buch, das einen berührt hat. Der Inhalt in der Neuauflage mag im Großen und Ganzen derselbe sein. Doch gerade bei Neuübersetzungen fällt schnell auf, dass sich auch die Sprache wandelt und die Neuauflage nicht ganz dasselbe Gefühl transportieren kann, wie der alte Schinken.

Ein Lieblingsbuch ist also ein Wegbegleiter, der einem im Herzen bleibt.

 

 

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